Stadtväter? Stadtmütter? Stadteltern?
Geschrieben am 16.Oktober 2008
Sticht Ihnen, meine sehr verehrten Leserinnen und Leser, auch mitunter diese Textverzerrende Voranstellung der weiblichen Form dornengleich ins Auge? In der persönlichen Anrede - gern, immer, es lebe die Höflichkeit!
Aber möchten Sie sich etwa durch den Text eine(er/s) Autor(in/s) quälen, beim dem Sie als geneigte(r) Leser(in) ständig über Stolpersteine übereifriger Sprachgleichstellungsbeauftragter(innen) straucheln?
Glauben Sie mir, die innere Zerrissenheit um politische Korrektheit vieler Journalistinnen und Journalisten, Redakteur/-innen, Autor(innen)en und VerlegerInnen ist groß. Was schreiben wir nun? Stadtväter, Stadtmütter oder Stadteltern? Dürfen wir noch von Hebammen und Politessen schreiben, oder heißt es im Zuge der Gleichberechtigung Geburtshelfer/innen und Parkraumüberwacher/innen? Sie sehen, die Not ist nicht gering.
Doch so manch übertriebene Forderung nach sprachlicher Gleichstellung lässt uns die Finger auf die Bremstaste der Tastatur drücken, um auf der Straße der Lesbarkeit das Generische Maskulinum über den Fußgängerinnenüberweg zu winken. Ihnen zuliebe, den Lesern. Zugunsten der Lesefreude. Sonst bekommen wir noch einen Knoten in der Kugelschreiberin; und Sie einen in Ihrem Lesebriller.