Hand gegen Koje
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Es war wohl die für mich bislang ungewöhnlichste Reportage, die ich je gemacht habe. Was als Auftakt einer Serie von Abenteuerreportagen geplant war, lief recht schnell aus dem Ruder. Noch am ersten Tag wurde klar, dass es bei einer sachlichen Berichterstattung in Reportageform nicht bleiben würde. Ich war einfach zu nah dran, zu tief drin.
Die gesamten Aufzeichnungen und Fotos habe ich nach meiner Heimkehr erst einmal bewusst zur Seite gelegt, um den nötigen Abstand zu bekommen. Im Januar 2009 war ich auf den Kanarischen Inseln, um dort eine Reportage über den Rettungsdienst des Archipels zu machen. Eine gute Gelegenheit, um die Aufzeichnungen und das umfangreiche Fotomaterial mitzunehmen und dort in Ruhe zu sichten.
Nach der Reportage auf Teneriffa habe ich mich einige Zeit nach Gomera zurück gezogen und dort begonnen, mein stichwortartiges Logbuch der Anhalterreportage in gescheit formulierte Sätze zu bringen. Bereits bei den ersten Zeilen wurde mit klar: Das Ding wird viel zu lang, als dass selbst große überregionale Zeitungen genug Platz dafür einräumen könnten.
Damit war die Entscheidung gefallen: Es wird mein nächsten Buch daraus. Eine gute Entscheidung, denn damit konnte ich die Geschichte so aufbereiten, wie ich für angemessen fand und musste auf journalistische Textformen und Statuten keine große Rücksicht mehr nehmen.
Ende Juli 2009 fand ich endlich die Zeit, um das Hand-gegen-Koje-Projekt in die Tat umzusetzen und mich an die Produktion des Buches zu begeben. Das Team war schnell zusammengestellt: Einige bewährte Mitarbeiter, die bereits bei meinem ersten Buch "Mein Leben mit Lübke" dabei waren, erklärten sich nach nur wenigen Sekunden am Telefon sofort bereit, wieder mit ins Boot zu kommen. Da sich Hand gegen Koje jedoch schnell als eine Hausnummer aufstellte, die das Lübke-Projekt um Längen überragte, fanden sich bald im Netzwerk weitere Fachleute, die sich mit dem Veralgs- und Buchgeschäft einfach besser auskennen, als ich es vermutlich jemals tun werde.
Ist auch gut so. Jeder sollte das machen, was er kann. Die einzelen Arbeitstunden, die im Hand-gegen-Koje-Projekt stecken, sind schon lange nicht mehr zählbar. Dafür hat das Team viel zu oft auch heimlich ohne mich weiter an Entwürfen gearbeitet, um mich am nächsten Morgen mit E-Mails zu beschämen, deren Absendezeiten eigentlich sonst nur von Vampiren und ähnlich lichtscheuem Gesinde kommen. Es sind auf jeden Fall etliche tausend Arbeitsstunden.
Doch was mich während der mehr als dreimonatigen Produktionsphase immer wieder berührt hat, war das Herzblut und das sicherlich außergewöhnliche Engagement des gesamten Team, für das ich mich wohl kaum oft genug bedanken kann.
Ich bin stolz auf mein Team. Auf jeden Einzelnen, verdammt!
Ahoi Euch allen…
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Hand gegen Koje trifft auf den Bingo-Man